Fragen aus der täglichen Kindersprechstunde

Wie kann sich ein Hörverlust bei meinem Kind bemerkbar machen?

  • Kind reagiert nicht auf laute Geräusche (kein Erschrecken);
  • Kind wendet sich nicht der Geräuschquelle zu (ab 5-6 Monaten normalerweise Kopfdrehen zum Sprecher);
  • Kind hat gelallt oder gebabbelt und verstummt mit 6-8 Monaten oder schreit schrill;
  • aus dem Babbeln entwickeln sich keine Worte oder einfache 2-Wortsätze bis zum 2. Lebensjahr;
  • Musik und Fernsehen werden zu laut gehört oder zu nah an die Geräuschquelle herangegangen und nachgefragt „Was?“;
  • Reagiert nicht auf Anweisungen oder versteht oft falsch;
  • Kind zieht sich zurück oder wird aggressiv, soziale Kontakte sind schwierig.

Was ist eigentlich ein Paukenerguss?

Bleiben über längere Zeit Belüftungsstörungen des Mittelohres bestehen, so sammelt sich oft Flüssigkeit an. Dadurch kommt es zur Störung des Schwingungsverhaltens des Trommelfells und der Schallübertragung auf das Innenohr.

Mein Kind hat Polypen (Adenoide- Rachenmandel)

Die Rachenmandel (Adenoide) befindet sich im Nasenrachenraum und wird im Volksmund auch Polypen genannt. Sie ist ein Teil des lymphatischen Abwehrsystems unseres Rachenraums und bei jedem Kind vorhanden.
Symptome der vergrößerten Rachenmandel treten häufig bei kleineren Kindern auf und äußern sich in häufigen Infekten mit Husten, Schnupfen, nächtlicher Mundatmung, Entzündungen der Nasennebenhöhlen und des Mittelohres, Störungen beim Essen und durch die Störung der Mittelohrbelüftung mit Sekretstau (Paukenerguss) mit Schwerhörigkeit.
Weitere Störungen im Wachstum des Oberkiefers können durch die ständige Mundatmung auftreten und später zu langwierigen kieferorthopädischen Behandlungen und Störungen der Sprachentwicklung führen.
Die operative Entfernung erfolgt dann, wenn das Krankheitsbild trotz konservativer Therapie über Wochen bestehen bleibt.

Operationsprinzip

Die Adenoide werden durch den Mundrachen in Allgemeinnarkose entfernt. Der Eingriff dauert nur einige Minuten. Eine entsprechende Nachbeobachtung und körperliche Schonung ist zur guten Wundheilung und Vermeidung von selten auftretenden Nachblutungen erforderlich.
Oft müssen auch die Mittelohren bei dieser Operation mitbehandelt werden. Die Flüssigkeit wird über einen kleinen Schnitt abgesaugt, der sich nach ein paar Tagen wieder von selbst verschließt. Nur bei sehr zähem, hartnäckigem Erguss wird ein kleines Paukenröhrchen zur Belüftung eingesetzt. Die Kinder hören meist gleich nach der Operation deutlich besser.
In der Regel können beide Eingriffe ambulant durchgeführt werden. Bei weiterer Entfernung des Wohnortes zur OP-Einrichtung oder ungünstigen Wetterverhältnissen können wir individuelle Regelungen zur sicheren Nachbetreuung treffen.